„k.u.k.ology“

Am Anfang war das Wort… Genau genommen schrieb man das Jahr 1988 und der aufstrebende Bad Ischler Marcus Hofbauer sah nach diversen Lebensabschnitten im Wirte-Dasein seine Berufung. Er war voll der Begeisterung für die 1985 von seinem Vorgänger Erich Wimmer in der bislang nostalgisch-verschlafenen Kaiserstadt ins Leben gerufene Gastronomie und erdachte im Zuge der Übernahme die von nun an geltende Unternehmensphilosophie:

„k.u.k. Hofbeisl – Bar und Lebensbühne zu Ischl“

Eine Bar ist ein Ort der Gefühle! Der Gefühlsverdichtungspunkt unserer Stadt. Hier ist die Emotion zu Hause!

Das Wohlgefühl muß täglich wiederhergestellt werden. Wir bedienen uns der Werkzeuge aus klassischem Klischee: Wohlige Wärme, eine brennende Kerze, roter Boden und goldene Wände – das Gegenüber erscheint in besonderer Weise. Der Keeper trägt jungfräuliches Weiß, das Gold im Knopfloch und an den Schultern verrät Kompetenz – der Drink lässt nichts zu Wünschen übrig. Aus dem Speaker rieselt heute Acid Jazz, morgen fetziger Funk und zwei Tage später Marianne Rosenberg – die Mischung erinnert an einen bitter-süßen Cocktail – etwa einen Singapore Sling. Irgendwann bist Du dicht.

Willkommen am Gefühlsverdichtungspunkt der Stadt!

Als man begann, Bier aus großen Steinkrügen „zu saufen“, waren wir nicht dabei. Wir sind schon an die schönen Flöten von Trumer Pils gekettet auf die Welt gekommen. Irgendwie ist mit diesem Glas eine „Schönheit“ verbunden, welche die daraus trinkende Gesellschaft in besonderem Maße hervorhebt.

Täglich wird auch zu Österreichischem Sekt gegriffen – wenngleich Frankreichs Veuve Clicquot die Kette der Freunde des „perlenden Weines“ um einige Glieder verlängert.

Das – und viel mehr – geschieht 1985 – anderswo trinkt man meist noch aus Krügen – vielleicht bleibt das auch so – das ist auch gut so.

Am Abend des Vortages hat man die schöne Susanne „mit dem Neuen“ im k.u.k. gesehen. Mit dieser Nachricht kann man nicht bis zum Abend warten, das muss gleich nach dem Einkaufen bzw. noch vorher „der Ex“ des obengenannten erzählt werden.

Außerdem hat diese Bar Stammtischcharakter. Ein nach drei Seiten offenes Rechteck mit nur 1,80 m Durchmesser ist wie ein Tisch! Man hört in aller Früh die wichtigsten Details – „Das jüngste Gerücht“ – bekommt dazu „den wahrscheinlich besten Café der Stadt“ serviert (die Firma Schärf hat mit Kaffeemaschine und den dazu gehörenden Bohnen im k.u.k ihre Spuren hinterlassen…) und blättert nebenbei in einer der aufliegenden Tageszeitungen.

Als psychotherapeutische Anlaufstelle aller ersten Ranges ist eine Öffnungszeit von 08.00 Uhr bis 04.00 Uhr auch einfach notwendig!

Natürlich ist man hier der (die) Dienende. Das „Dienen“ ist in dieser Bar groß geschrieben und als Begriff positiv besetzt. Hier wird man bedient bis man ziemlich „bedient“ ist. Das kann am Morgen beginnen oder auch etwas später. Man munkelt, dass so manche Stunde übersehen wird, sodass rekordverdächtige Aufenthalte von bis zu sechsunddreißig Stunden vorkommen…

Aus der Notwendigkeit, die vielen schönen Geräte, Bänke, Stühle und Luster auch in Betrieb zu halten ist eine Philosophie geworden. Hier wird der Lifestyle täglich zur Schau gestellt – das neue Outfit bleibt hier niemals unbemerkt. Wenn man geht, hat man Freunde besucht oder neue gefunden.

Das k.u.k Hofbeisl hat einen Mythos – etwas mystisches auf alle Fälle. Hier gibt`s so etwas wie einen „Glorienschein“ – oder besser – eine Aura. Es ist nicht sicher, ob es nur der perfekte Kellner oder doch die golden spiegelnde Messingbar ist. Oder ist es doch der rote Fußboden und die Kerzen an den Tischen? Oder sind`s die vielen Spiegel, in denen man den Mythos zu erkennen glaubt? Es ist immer schon so gewesen – und wird auch immer so sein! Niemand weiß, woran es genau liegt – wir arbeiten weiter daran.

Der Schein soll weithin sichtbar leuchten und wie bisher die Nacht zum Tage werden lassen. Und wenn einer vom „k.u.k“ erzählt mit einem Lächeln auf den Lippen, dann hat er den Mythos dieser Bar erlebt.

Die Unbekümmertheit des Seins, ein „Schnellschuss“ aus der Hüfte, ein erfahrener Partner, ein innovativer Bruder, ein paar Eckdaten vom Arlberg (Saison 85 / 86), ein bestimmtes Gefühl für die Musik, ein großes Herz, die Liebe zum Alkohol und zum Dolce Vita sowie ein Vorgänger mit Kultstatus – und nicht zu vergessen ein Leitsatz, der uns bis heute begleitet: Nimm Deine Gäste wahr, nenn` sie beim Namen, interessiere Dich für sie – ehrlich und nachhaltig – und bestärke sie in ihrem Glück, indem Du gut zuhörst, was sie zu erzählen haben!

Das alles wusste ich schon mit 25 Jahren. Mein Bankdirektor glaubte mir. Da geschah`s…

Der Zeitgeist verlangt Evolution.

Man begann auch in Ischl mit Bier und Wein. Dann kam der Sekt und dann der Cocktail. Die monarchistische Fassade und der „gesindehafte“ Charakter der Gäste, die in ein „Beisl“ gehen, vergilbt. Es verschwinden Grenzen zwischen arm und reich, „schiach“ und schön, alt und jung, ost und west und zwischen „amerikanisch“ und „österreichisch“. Das Bild wird „warm und rund“.

Der Cocktail versteckt in vornehmer Weise die rauhe Fassade der Inhaltsstoffe und hat zweifellos kaiserliche Wirkung.

…und schließlich doch die vollkommene Gastlichkeit nach einem Kulinarium verlangt

Es war einmal ein Restaurant mit Tischen und Stühlen, einer Küche und mit einem Koch… In diesem Etablissement war allabentlich der Gast da, der sehr, sehr lange „zum Brunnen ging“, sodaß es bald Morgen wurde. Die armen Kellner mussten dann lange schlafen, denn der Brunnen schmeckte nicht dem Gast alleine. Alsbald wurde aus dem Restaurant eine Bar… Seither sind wir wirklich eine Bar!

Man ist aber, was man isst! Und was isst man, wenn man ist, was wir sind?

Wir haben also wieder eine Küche. Die ist so wie wir sind…! „Bar & Lebensbühne“ – steht am Eingang. „G-Punkt der Stadt“ auf der Getränkekarte… Immerhin kann ein „G-Punkt“ nicht nur „Gefühle“, sondern auch „Genuss“ und „Geschmack“ verdichten 😉

Der Tresen ist eine Barriere – daher auch der Name „Bar“. Er trennt optisch und physisch das Lokal in Gäste- und Keeperbereich.

Der Tresen ist nicht nur Abstellfläche für die Gläser sondern vielmehr Kommunikationsplattform für die Einzelnen – ein moderner, langer Stammtisch sozusagen. Je länger und raumteilender das Stück ist umso mehr Halt gibt es. Überhaupt ist festzuhalten, dass das Einzige was einem Mann wirklich Halt gibt, aus Holz oder Stein gefertigt ist und Tresen heißt. Mit der Länge (hier: des Tresens) steigt normalerweise das Selbstwertgefühl.

Je länger desto besser – oder hier: fast unbesiegbar.

Wie schon erwähnt ist unser Ansinnen nicht die Einseitigkeit. Wir unterliegen multiplen Einflüssen und entwickeln uns fast spielgelgleich.

Niemals könnte in Bad Ischl ein Herr Dr. XY existieren wenn ihn nicht der Packmeister vom Reinhalteverband wegen seines Titels bewundern würde. Niemals aber würde der Mann vom Reinhalteverband am Tresen stehen, wenn der liebe Doktor nicht der wäre, der auf ihn herabsieht… Man könnte nicht Sinatra hören, wenn man nicht schon einmal Bob Marley oder Robbie Williams dazwischen gemischt hätte – hier bei uns im k.u.k.

Aus der „Sortenreinheit“ wird bei genügend Fruchtbarkeit ein Mutant entstehen – der sie alle in Größe, Stärke und Schönheit übertrifft. Die hochgezüchtete Reinrassigkeit ist ein kurzes helles Strohfeuer – der Straßenköter hat, auf Sicht gesehen, die besseren Karten!

Nach mehreren Versuchen mit teurem Brokat und samtigen Mustern, mussten wir aufgrund der heftigen Bewegungen unserer Gäste beim Sitzen zu besseren Werkstoffen greifen. Erst, wenn das alles auf keine Kuhhaut mehr geht, wird wieder nachgedacht.

„Das Gold ist das Fleisch der Götter“ – so das alte Äypten. Jeder Tempel, der auf sich hält ist gülden getäfelt oder gänzlich darin gehüllt.

Ein Hauch von tempelhafter Sakralität geht auch von unseren goldenen Wänden aus. – Die Flucht aus dem Alltag ins güldene Hinterstübchen hilft so manchem Schwergeist wieder auf die Sprünge.

Unser Boden hat tiefe Schrammen! Von fallenden Gläsern, Gästen, Krampusmasken, Bischofsstöcken, Kronen, Flaschen, Tabletts und Aschenbechern… – und im „Schanigarten“ einen langen, tiefen Sprung, weil die Fußbodenheizung (Anmerkung: Nicht mehr existent) viel zu früh in Betrieb genommen wurde. Unsere Wände sind vergilbt, an den Möbeln zeigen sich tiefe Gravuren des täglichen Lebens. Unsere Kabel sind teilweise außenliegend, weil wir oft was zu fummeln haben daran. Viele Dinge sind selbst gebaut oder stammen von der Müllhalde. Unsere Schrauben und Nägel haben Rost angesetzt, aber sie tragen die Last mit Würde. Der Barbereich in der „Sakristei“ ist viel zu klein, das Lager sowieso. Die Lüftung ist teuer aber nur „Teilgut“ und das Klavier ist verstimmt.

Aber wer wohnt schon gern in klinischer Geradlinigkeit?

Einmal musste ich dringend in die Karibik, rein geschäftlich – versteht sich. Die alten Engländer haben dort die schönen Dinge hinterlassen. Aus Mahagoni, Teak, Elfenbein und Rattan.

Da hab` ich mir beim Arbeitsgespräch mit einem dunkelhäutigen Barkeeperkollegen ein „Grand Café k.u.k.“ in meinem Kopf gebaut. Zu Hause angekommen musste die Last aus meinem Kopf in den Schanigarten und an die Schirmbar – und dort ist sie noch immer, die Last.

Das Liebäugeln mit dem kolonialen Stil hat die Monarchie wohlwollend aufgenommen. – Es lebe der Rum – und der Inländer-Rum (kollossale kolloniale Erfindung von Admiral Tegethoff nach der Begegnung mit englischen Schiffen = Saufgelage an Bord…)

Unsere Klotüren sind astreines Kaisergelb. Sehr alte Farbmischung, bestens bekannt als Fassadenanstrich vom Schloss Schönbrunn. Darauf steht in schwarzen Lettern geschrieben: „Englisches Wasserklosett“. Wir wollten ja der Tradition zuliebe ein Plumpsklo bauen, aber die Gewerbebehörde hat gemeint, dass….

In eine Bar gehört ein Klavier, und wenn`s noch so viel Platz verschlingt – so ist das eben. Unser Kawai-Stutzflügel ist ein etwas ausladender Stehtisch – im Normalfall. Aber viele saugeile Abende haben uns die schwarzen und weißen Tasten schon beschert!

Hier nur ein sehr kleiner Auszug aus: „This Piano has been trashed by…“: Vince Weber, Axel Zwingenberger, The Flying Pickets, Joja Wendt, Martin Schmitt, The Mojo Bluesband, Stoffi Steinbach, Die Bambies, Oskar Klein, Ringsgwandl, Martin Pyrker, Jean-Pierre Bertrand, Silvan Zingg, Don Bouchat, Roarin Zucchinis, Firstline Band, Ray Carlton & Friends, Don Bouchat… – und natürlich unseren „local Lakeshakers“ Richie Loidl, Markus Brandl, Clemens Vogler & Johnny Schütten….

Mit bunten Fliesen, und großen, schwarzen Eisentüren ist, für jedermann sichtbar, ein großer Backofen im Schanigarten als Kulisse erhalten. Es gehörte zur Dampfbäckerei Obermeier (später Nahmer). Ein gewisser Ofenmeister Vogtenhuber betreute das schöne Stück um die Jahrhundertwende, so die Chronik. Der gute Mann wagte später den Sprung über die Traun und gründete dort die heutige „Teufelmühle“.

Nur keinen Missklang bitte! Wann die Musi spielt klingt das fett und satt, wie ein 12-jähriger Burbon. Uns ist kein Schlager zu tief und keine Wagner-Oper zu hoch. Die Speaker sind von Electric Voice, die Soundanlage ein gedrosselter V 12 mit 850 PS an Soundleistung – die straßentaugliche Variante einer Tomahawk-Rakete sozusagen.

Der Ton macht halt die Musik!

Natürlich sitzen wir nicht im Salzkammergut herum und freuen uns nur über die nebelfreien Herbsttage und die Trinkwasserqualität unserer Seen. Nein, wir fahren viel und weit herum, als Botschafter dieser schönen Gegend und sammeln Eindrücke, Gegenstände und durch Alkohol verursachte Brummschädel. Oft verwenden wir dafür die Bahn, hi und da schon `mal ein Flugzeug; auch Segelschiffe kommen vor.

Wenn die Taschen und die Köpfe vom Sammeln voll sind, nehmen wir den ganzen feinen Haufen mit nach Hause und setzen um und wenden an.

Denn wer eine Reise tut, kann was erzählen…

Wir haben so unsere liebe Not mit unserem Namen…

Zum Einen gibt`s so viele ideenlose Menschen, die ihr neues Lokal „k.u.k. Hofbeisl“ nennen, weil sie uns einmal besucht haben und am Flohmarkt ein Bild vom alten Kaiser gekauft haben, das sie dann im Klo aufhängen; zum Anderen, weil man uns k.u.k. [ku:k] nennt. Für alle, die es fälschlich „cook“ nennen: Es kommt von „k. und k.“ (= kaiserlich und königlich).

Trotzdem: Unser Koch ist der „k.u.k. cook“…

Seit Anbeginn waren wir anders.

Man könnte eine Tafel vor die Tür stellen, auf der man die schönen Drinks und Schnitzelbrote lobpreist. Aber das wollen wir nicht! Wir feiern „500 Jahre Feinstrumpfhose mit Zwickel“ oder „wir schießen mit Ihnen die MIR vom Himmel“. Oder lesen sie mit aller Offenheit „das jüngste Gerücht“.

Unsere Tafel ist kein Werbemittel sondern ein institutionalisiertes Objekt zur Stadtbildverschlechterung mit Stimulanz der Lachmuskulatur / Siehe, staune und lese: „Liebe macht blind => wer heiratet kann plötzlich wieder sehen“!!!

So manche Entwicklung in bewegten Zeiten kommt mit einem Tempo, dass die alten Glieder eines geschundenen Passionstrinkers und Beislwirtes nicht immer mitmachen. Da braucht`s dann Geister, die ihre Finger in den Wunden des Zeitgeistes haben, die hellwach durch die Nacht gehen und einen Trend auch setten können. Dann kannst Du Dich an Dich lehnen und Dir zuschauen, wie hilflos Du bist – hättest Du nicht Mitarbeiter, die Dir eine „Brücke bauen“ über reissendes Gewässer, bis Du wieder Boden unter den Füßen kriegst.

Wir sind damit reichlich gesegnet!

Warum immer ein Mann hinter eine Bar gehört, warum Ausnahmen die Regel bestätigen und warum Frauen doch alleine in die Bar gehen??? Hier die Antworten:

Ein fescher Keeper mit Hirn hinter`m Tresen lockt die Weiblichkeit wie das Licht die Motten. Sie alle beleben die Erste Reihe am Tresen und gewähren immer weitere Einblicke, weil sie alle IHN möchten. Derweil noch unbemerkt kommen die „Jäger“ von hinten und vereinnahmen die Zweite Reihe am Tresen, weil jeder Jäger einen Hasen braucht.

Eine fesche Barfrau, wenngleich blond und kurzberockt aber mit Hirn wird eine Kettenreaktion auslösen! Die Erste Reihe am Tresen gehört nun den „Jägern“ – aber alle zielen auf einen Hasen!!! Zuviele Jäger sind des Hasen Tod! (Der Rest der Weiblichkeit verlässt enttäuscht diesen unwirtlichen Fleck. Was sind schon Hasen ohne Jäger?!) Außerdem: Wer steht in der Zweiten Reihe??!

Aber: Wir üben, um dieses Cliché zu brechen (Es gibt schon einzelne Ausnahmen bei uns).

Wir haben noch nicht genug gelebt, gestritten, vereint, geschieden, geflucht, geschrieben, geschüttelt und weltverbessert. Wir sind am Weg, nicht am Ziel. Wir werden weiterhin an uns feilen und uns an der rauhen Welt reiben – und wir haben noch Träume.

Zuerst träumen wir uns was Schönes. Dann bauen wir es.

21. 12. 2012: k.u.k. Wirt Max Hofbauer empfängt anläßlich Eröffnung des k.u.k. Hofwirts Glückwünsche und Ischler Stadtsymbol von Bürgermeister Hannes Heide

Am 21. 12. 2012 sollte laut Maya-Kalender der Weltuntergang stattfinden. Damit wollte sich der mitten im Wirte-Leben stehende „k.u.k. Max“ nicht abfinden. Er verspürte umso mehr Tatendrang und von entsprechender Aufbruchsstimmung getragen wurde genau an diesem magischen Datum das lange herbeigesehnte Wirtshaus eröffnet:

„k.u.k. Hofwirt – Innerstädtische Gastwirtschaft zu Ischl“

Wenn man vom „Wirtshaus“ spricht, ist jedem schnell klar was man meint.

Wenn man das dann in allgemein verständliche Worte kleiden soll, geht einem recht schnell der erklärende Wortschatz aus. Trotzdem – hier der Versuch:

  • ein Treffpunkt – natürlich,
  • ein Wohlfühlplatz – auch klar,
  • eine Gaststätte mit traditioneller Werteskala – jawohl,
  • eine Stätte mit Schank und Küche und den dazugehörigen Menschen – ja,
  • ein Lokal mit hölzernen Möbeln und weisser Decke – auch,
  • eine Lokalität ohne Zugangshürden und ohne Zwänge – genau,
  • eine Bude, die nicht als Restaurant, nicht als Cafe, nicht als Bar und auch nicht als Unterhaltungslokal gelten kann – sehr richtig,
  • eine Labstation, in der man schon einmal zum großen Maßkrug greift, wo aber auch mit dem edlen Rebensaft nicht gegeizt wird – gut,
  • und diese Liste werden wir so nach und nach vervollständigen.

Jedenfalls ist ein Wirtshaus ein Haus des Wirten/der Wirtin, wo jemand nach allen Regeln der Kunst versucht, jemanden, den man gemeinhin als Gast bezeichnet, zu bewirten – UND GENAU DAS HABEN WIR HIER IM SINNE!

Nicht etwa, dass wir das erst neu lernen müßten – unsere Erfahrungen auf der Lebensbühne k.u.k. Hofbeisl haben wir natürlich nicht vergessen – aber der „Hofwirt“ stellt ein sehr hohes Maß an „Sortenreinheit“ dar!

Unser Wirtshaus, also der k.u.k. Hofwirt, hat keine große Unterstützung durch Musik und „passive Unterhaltung“. Da hat es nur den Wirten und die Wirtin und den Herrn Ober. Die müssen schauen, dass sie zu „Ihrem Zeug“ kommen – der „Schmäh“ auf der Zunge ist dabei unabdingbares Werkzeug. UNTERHALTEN MÜSST IHR EUCH BEI UNS SELBST UNTEREINANDER – WIR HOFFEN, IHR HABT EUCH WAS ZU SAGEN, DENN BEI UNS SEID IHR DIE STARS ! Um Euch dreht sich alles – und kein „Nebengeräusch“ stört Euren Auftritt!

Seit Jahrhunderten gehen Leute ins Wirtshaus, die was zu sagen haben. Manche taten das häufig – ja fast täglich – und manche machen das immer noch so. Andere wiederum kamen seltener an die Tränke, darum umso intensiver – zuerst wohl etwas zurückhaltend, dann aber umso wortgewaltiger – und viele machen auch das immer noch so.

An Stammtischen wurden Kriege angezettelt und Friedenspfeifen geraucht. Es wird Politik gemacht oder nur ein Witz erzählt. In jedem Fall ist das Wirtshaus eine sehr kommunikative Institution. DER k.u.k. HOFWIRT IST SOZUSAGEN DER „SPEAKERS CORNER DER KAISERSTADT“!

Im Kernbereich einer Stadt ist das in den letzten Jahren leider etwas in den Hintergrund geraten. Vieles ist laut und schrill geworden und bietet kaum Platz für „ausgebreitete“, hemdsärmelige, redselige, branchen-, alters- sowie einkommensüberschreitende Diskussionsrunden. Den „Kirchenwirt“ und den „Postwirt“ gibt es bei uns – wie in vielen anderen Städten – nicht mehr. DIESE LÜCKE SCHLIESSEN WIR MIT UNSEREM „k.u.k. HOFWIRT“!

Wir glauben nämlich an die Menschen, die sich in unsere „Kurstadt“ etwas zu erzählen haben! Das bringt durch den Erfahrungsaustausch viel Farbe ins Alltagsgrau, besonders wenn sich dann auch noch das interssierte Touristentum zu uns gesellt.

Schon immer haben wir große Anstrengungen unternommen, ein „Spiegelbild der Gesellschaft“ in unserer heiligen Hallen zu locken. Da gab`s und gibt`s schon im k.u.k. Hofbeisl keinen Unterschied zwischen arm und reich, „schiach“ und schön, klein und groß, jung und alt, Männlein oder Weiblein, u.s.w.

Es war uns immer wichtig, „alle Menschen an einen gemeinsamen Tisch“ zu setzen – bisweilen mit großem Erfolg! Darum legen wir großen Wert auf diese Linie, die wir auch hier beim k.u.k. Hofwirt konsequent fortsetzen möchten.

Jeder soll hier Platz finden, der das Mindestmaß an menschlichen Verhaltensweisen und allgemein gültigen Verhaltensregeln einhält. Dabei ist uns die österreichische Stammtischkultur ein besonderes Anliegen. Wir möchten dieser Institution hier eine weitere, innerstädtische Heimat geben. An Stammtischen ist seit jeher jeder Zwang abgelehnt worden – so auch hier!

Wie allgemein beobachtbar, ist es im Salzkammergut – und in Ischl im Besonderen – wieder sehr schick, sich in Tracht zu kleiden und der Volkskultur zu fröhnen. Man kann das als Trend oder Modeerscheinung erkennen oder, so wie wir es versuchen, es aus Überzeugung und ohne groß darüber nachzudenken, einfach tun. Wir nehmen das „G`wand“ als Teil unserer Identität und einfach als Kleidungsstück wahr und erfreuen uns an der „Kleidsamkeit“.

Der Hofwirt ist auch als Heimstätte der Vokskultur und deren Vertretern gedacht. Das ist auch unser Ansinnen, was die Musik hier angeht. Grundsätzlich ist der Hofwirt frei von Zwangsbeschallung und Hintergrundmusik. Wenn einer der o.a. „Volksvertreter“ zufällig die „Zug“ oder eine Gitarre oder eine „Pfeiffen“ mit hat, ist`s schon denkbar und durchaus gewollt, dass man seine angeregte Wirtshausdiskussion für`s kurze „Auflosen“ (= zuhören) unterbrechen muss.

Bekanntermaßen ist Holz nicht nur der Brennstoff, der dem Wirt besonders am Herzen liegt, sondern auch ein warmer, edler Werkstoff, der gerade in Wirtsstuben sehr wesentlich zum Gesamteindruck beiträgt und die berühmte, oft beschriebene „Heimeligkeit“ ausmacht. Es war daher von Anbeginn Gesetz, dass beim „Hofwirt“ alles hölzern zu werden hat, was nur irgendwie geht und Sinn macht. Wir brauchten nicht weit zu reisen um uns mit Möbelholz zu versorgen. Wir verwenden für unser Interieur ausschließlich heimische Holzarten wie Fichte, Lärche, Buche und Esche.

Dann haben wir uns noch einen Tischlermeister gesucht, der nicht nur Spanplatten zusammenpickt (picken = kleben) – und schon war die Idee der „neuen, alten Wirtsstube“ geboren und in die Realität umgesetzt.

Zu einem der wichtigsten Merkmale eines gestandenen Wirtshauses gehört der hölzerne Wandverbau, auf alt-österreichisch: Die „Lamperie“. Wir haben eine gebaut, rundherum, zum Anlehnen und für`s Auge. Alles heimische Fichte! Nur beim Boden, da haben wir ein wenig geschummelt! Wir haben keine Mühe gescheut, sind weit herum gereist, haben die schönsten Wirthaus-Holzböden ausfindig gemacht und mit den Besitzern sowie den Pflegern dieser Böden sprechen können. Das Ergebnis unserer Erhebungen war niederschmetternd. Kein Wirt war glücklich mit seinem Holzboden! Was Ihr jetzt beim k.u.k. Hofwirt unter Euch seht ist STEIN, der nur aussieht wie Holz! Damit war sicher gestellt, dass der Boden sehr wesentlich zum Glück des Wirten und der Wirtin beitragen werden.

Auch sonst legen wir größten Wert auf Beständigkeit und Haltbarkeit. Man muss deswegen nicht gleich die ganze Welt betonieren. Wir haben das beim k.u.k. Hofwirt mit dem Verbau von massivem Holz in die Realität umgesetzt.

Man könnte auch meinen, ein solches Wirtshaus passte besser auf`s Land, als so unmittelbar in einen Stadtkern. Wir sind da grundsätzlich anderer Meinung, aber die ganz große Herausforderung ist die Wand-an-Wand-Nachbarschaft mit dem k.u.k. Hofbeisl, unserem angestammten Sitz in der Wirerstrasse 4. Diese Wand-an-Wand-Situation gab die Grundidee für die Zusammenführung der beiden Gaststätten.

Wir haben einen Tag geschnitten und einen Tag gestemmt, 15 Kubikmeter Steine und Ziegel abgetragen – und dann war es vollbracht! Ein 1,80 Meter breiter Durchgang verbindet den k.u.k. Hofwirt mit dem k.u.k. Hofbeisl, oder – anders ausgedrückt – unsere „innerstädtische Gastwirtschaft“ mit unserer „Bar und Lebensbühne“!

Dies hat nicht nur handfeste, wirtschaftliche Vorteile und Gründe. Dahinter steht auch ganz viel Emotion, denn „wir führen zusammen, was zusammen gehört“! Ja ja – dieser Satz stammt von Helmut Kohl bei der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Aber die haben ja damals auch eine Mauer abgetragen…! Wir haben dann noch eine dicke Feuerschutztür eingemauert, weil der Durchbruch durch eine so genannte Feuermauer erfolgte. Wegen der notwendigen behördlichen Auflagen musste diese Tür rein. Die Mauer war übrigens 1,20 Meter dick!

Nunmehr existiert ein breiter, bequemer Durchgang. Mit wenigen Schritten ist man in einer anderen Welt, ohne dass man seinen Mantel anziehen muss und ohne nasse Füße zu bekommen. Zum Kaffee oder zum Longdrink geht man vielleicht doch lieber an eine unserer Bars im k.u.k. Hofbeisl.

Das ewige wie auch aktuelle Thema … Wir dürfen anmerken, dass wir natürlich ein Herz für Raucher haben. Aber in diesem Fall schlagen doch 2 Herzen in unserer Brust. Wir haben uns schon immer den guten Sitten verpflichtet gefühlt und während der Essenszeit gebeten, nicht zu rauchen. Das hat immer gut funktioniert! Jetzt können wir außerdem dem Gesetz genüge tun und schaffen mit dem k.u.k. HOFWIRT EINE 100%ige NICHTRAUCHER-ABTEILUNG.

Sollte also jemanden die Rauchlust überkommen: Einfach in den nächsten Raum an die Bar im k.u.k. Hofbeisl wechseln – und schon befindet man sich im Raucherparadies. Das Ganze ist dann sogar noch mit einem weltoffenen Barkeeper ausgestattet. Klingt doch schon fast wie eine Aufforderung für einen Digestiv oder ein kleines Pils zwischdurch, oder? Vom Kaffee nach dem Essen, der bekannter Maßen besonders gut mit einer Zigarre oder Zigarette harmoniert, ganz zu schweigen!

Der Kaiser Franz Joseph hat`s auch schon gewusst: Viel Gutes kommt aus dem schönen Bayernland und so wurde unsere Sisi ein berühmter Wittelsbacher-Import aus München. Wir wissen das natürlich auch und bereisen die Nachbarschaft seit unserer frühen Jugend. Die besondere Hingezogenheit zum Bayrischen lässt sich am ehesten durch die gemeinsamen Wurzeln und durch die sehr ähnliche Mentalität erklären.

In unserem Fall muß die Liste aber um ein entscheidendes „Merkmal“ erweitert werden, nämlich um das Grundnahrungsmittel BIER!. Bayrisches Bier ist ein gar edles Gebräu, verdient höchsten Respekt und ebensolchen Zuspruch!

Mit stolz geschwellter Brust stellen wir deshalb unserer LIEBLINGSBRAUEREI IN OBERTRUM unser neues Familienmitglied, die einzig verbliebene Privatbrauerei Münchens, die AUGUSTINER BRAUEREI zur Seite. Beim k.u.k. Hofwirt gibt es neben dem feinherben, schlanken TRUMER PILS auch ein AUGUSTINER HELLES und zwei mal im Monat, nämlich jeden ersten und jeden dritten Freitag, den aus dem Holzfass traditionell gezapften AUGUSTINER EDELSTOFF!.

Darüber hinaus zelebrieren wir eine besondere Hommage an das Weissbier. Es gibt einfach nichts recht viel besseres als „eine frische Weisse“- und die kommt in userem Wirtshaus auch aus Bayern, nämlich von der MAISEL`S BRAUEREI aus Bayreuth. Noch nicht genug: Weil es gleich „in einem Aufwaschen“ geht, gibt es Maisel‘s Weissbier jetzt auch vom Fass!

Außerdem: Was das bayrische Handwerk angeht, dürfen wir uns in eine hochkarätige Reihe eingliedern. Mit so klingenden Namen wie „Münchener Hofbräuhaus“ oder auch „Brauhaus Tegernsee“ und viele andere mehr. Denn all diese großen, berühmten, bayrischen „Bierstuben“ wurden von der TISCHLEREI FEIL eingerichtet. Alles in massivem Holz bzw. in erster CHIEMGAUER TRADITION, weil die Firma Feil ihren Sitz in Siegsdorf hat.

Noch eine „Feinheit“ der Nachbarn finden wir durchaus nachahmenswert: Wir stellen Euch ungefragt ein paar Laugenbrezen auf den Tisch. Einfach zur Beruhigung eines aufkeimend schlechten Gewissens… Man sollte ja NICHT NUR TRINKEN, SONDERN AUCH – und damit kommen wir zum letzten und wichtigsten unserer 10 Philosophischen Grundsätze – GUT ESSEN BEIM k.u.k. HOFWIRT!

„Wirthaus-Kucheln“ haben ein ganz eigenes Flair. Man ist versucht, immer und immer wieder den Unterschied zu einem Restaurant herauszustreichen. Das ist aber ebenso sinnlos, wie jemandem ein „Beisl“ erklären zu wollen unter besonderem Hinweis auf den Unterschied zu einer Bar. Hier trotzdem ein Versuch:

Die österreichische Wirtshausküche ist ebenso einfach wie verspielt, einzigartig auf der Welt und in eben dieser sehr, sehr berühmt sowie international anerkannt. Sie besteht im Wesentlichen aus einfachen Grundelementen, deren Zusammenfügung – wie bei jeder großen Komposition – einen epochalen „Wohlklang“ auslöst.

Natürlich ist unsere Küche von einheimischen Klassikern getragen, deren Namensnennung hier überflüssig erscheint (z. B. Fleischlaiberl mit Erdäpfelpürree und gerösteten Zwiebelringen oben drauf), aber dann doch eine wahre Flut von Bildern im Kopf auslöst und als Beispiel für vielerlei Wohlbekanntes und heiß Geliebtes dienen mag.

Weil wir mittlerweilen schon ein paar Lehr- und Wanderjahre im k.u.k. Hofbeisl absolviert und die dort gemachten Erfahrungen überaus überzeugt haben, beziehen wir auch unsere „internationalen kulinarischen Erlebnisse“ wieder in unsere Überlegungen mit ein. Es entsteht eine neue Vielfalt, die Euch schmecken wird!

Und weil es trotz der Vielfalt immer „noch einen drauf braucht“, möchten wir die tägliche Abwechslung nicht hinten anstellen, sondern schreiben sie immer wieder neu auf unsere Tafeln. Auch wenn Ihr täglich kommt, was uns sehr, sehr freuen wird, wird Eure Lust am Genuss durch keinen „geschmacklichen Gewöhnungseffekt“ getrübt werden. Mit anderen Worten ausgedrückt: Wir werden versuchen, die k.u.k.-Kulinarik so einfalls- und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Immerhin sind wir der G-Punkt der Stadt (Gefühls-, Genuss- und Geschmacksverdichtungspunkt)!

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